Das Maibaumaufstellen

Tradition im Stiftland

Überall in Bayern wird die Tradition des Maibaumaufstellens gepflegt. Auch in der Klosterstadt Waldsassen findet es alljährlich statt. In den letzten Apriltagen wird der Baum sorgsam und unter tagelangem Abwägen aller in Frage kommenden "Kandidaten" ausgesucht und aus den naheliegenden Wäldern geholt. Der Zeitpunkt und der Ort des "Baum-Fällens" sind nur wenigen bekannt, ebenso der Platz, an dem der Baum bis zum 30. April gelagert wird. Wie in vielen anderen Regionen gibt es auch im Stiftland den Brauch des "Maibaum-Klauens". Da dies auf keinen Fall passieren soll, wird er an einem geheimen Ort gelagert und hier für den großen Tag vorbereitet. Der Baum wird mit Kränzen geschmückt, an seine Spitze kommt eine "Baum-Krone" und die Bayern-Fahne. Seine Mitte zieren die Wappen aller Zünfte. Am Vormittag des 30. Aprils wird der Baum zum Johannisplatz gefahren. Am späten Nachmittag beginnt das traditionelle Maibaumaufstellen mit Blasmusik und kulinarischen Köstlichkeiten vom Grill. Viele freiwillige Helfer sind eingeladen, spontan mitzuarbeiten, den Baum in die Höhe zu bringen. Mit sogenannten "Schwalben" wird er allein von Muskelkraft (natürlich auch unterstützt vom Bauhof), nach oben gehievt. Dies kann schon etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wenn die Arbeit vollbracht ist und der Maibaum in seiner ganzen Pracht am Platze steht, sind alle froh und erleichtert und feiern noch bis spät in den Abend hinein diese Tradition. Natürlich darf der Baum in der ersten Nacht noch nicht alleine gelassen werden und muss "bewacht" werden, damit nicht doch noch ein paar Diebe etwas anstellen können.

Bis zum Bürgerfest am ersten Sonntag im Juli kann der Maibaum am Johannisplatz bewundert werden. Am Bürgerfestsonntag findet das "Maibaum-Verlosen" statt, in der Woche darauf wird er gefällt. Bis zum nächsten Jahr, wenn wieder ein neuer Baum den Platz schmücken darf.

Leider müssen wir dieses Jahr mit dem traditionellen Maibaumaufstellen pausieren. Wir hoffen allerdings sehr, dass wir nächstes Jahr wieder alle miteinander diese Tradition pflegen können, natürlich in vielen Gemeinden des Stiftlands!